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Interview der Ems-Vechte-Welle mit Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Beck vom 3. März 2017

Neue Osnabrücker Zeitung vom 04. März 2017

Redaktion und Foto: Thomas Pertz

Kraftwerk zur Stromspeicherung in Lingen vorstellbar

Energieforum auf dem Campus



Foto: Die Referenten und Organisatoren des Energieforums.

Auf eine große Resonanz ist das 4. Energieforum in Lingen gestoßen, das der Arbeitskreis Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland mit dem Schwerpunktthema Speichertechnologien („Power to X“) belegt hatte. Über 300 Vertreter aus Industrie, Forschung, Wissenschaft und Politik nahmen teil. „Das Thema ist angekommen“, freute sich Stefan Engelshove von Siemens, Vorsitzender des Arbeitskreises.

Die Frage der Speicherung von überschüssigem Strom aus regenerativer Energieerzeugung ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Teilaspekt bei der Herkulesaufgabe, die nach der Katastrophe von Fukushima 2011 ausgerufene Energiewende in Deutschland zu realisieren. Was aber nach wie vor fehlt, ist eine Planung aus einem Guß. „In Deutschland hatten wir über viele Jahre hinweg 16 Energiewenden“, verwies Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), auf unterschiedliche Herangehensweisen in den 16 Bundesländern. Als „17. Energiewende“ sei dann noch die des Bundes hinzugekommen. Hier sei eine klare Abstimmung zwischen Bund und Ländern, Politik und Wirtschaft dringend geboten.

Brickwedde sprach sich als vordringliche Maßnahme für eine Umwandlung der jetzigen Stromsteuer in eine Co2-Steuer aus. „Hauptverlierer werden dann die alten Kohlekraftwerke sein“, sagte der frühere Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Dies sei aber als Reaktion auf den Klimawandel unerlässlich. Solche mitunter älter als 40 Jahre alten Anlagen mit schlechtem Wirkungsgrad und hohen Emissionen verdienten „richtig gutes Geld“, während moderne Kohlekraftwerke schlecht dastünden, beschrieb Brickwedde einen „völlig unhaltbaren Zustand“. Er sei sich sicher, dass es nach den Bundestagswahlen eine Lösung geben werde. Was die Erdgaskraftwerke anbelangt, so bezeichnete sie Brickwedde als sehr gute Partner der Erneuerbaren Energien, die sich ergänzen könnten. „Die Versorgungssicherheit darf niemals gefährdet sein“, unterstrich der BEE-Präsident. Deshalb würden Erdgaskraftwerke und flexible, moderne Kohlekraftwerke weiter benötigt.

Das Emsland als Energieland

Die Frage, wie Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden kann, ist gerade im Emsland sehr gut beantwortet worden. Dies machten Landrat Reinhard Winter, Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und der Vorsitzende des Arbeitskreises Energie, Stefan Engelshove, deutlich. Winter wies darauf hin, dass der Landkreis bereits heute mehr regenerativen Strom produziere, als er benötige. Womit die Frage nach den Speichermöglichkeiten stärker in den Fokus rückt. Es gelte, „den Strom an die Erde zu holen“, hatte es Hans-Peter Beck, Vorstandsvorsitzender des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen, in einem Pressegespräch zuvor formuliert. Gemeint ist damit die Umwandlung des Stroms auf elektrochemischem Wege zum Beispiel in Wasserstoff oder Synthesegas. Diese müssten anschließend gespeichert werden. Ein solches Speicherkraftwerk konnte sich der Professor auch am Kraftwerksstandort Lingen vorstellen, da die Infrastruktur dort vorhanden sei. „Es ist alles da, man muss nur anfangen“, sagte Beck.

Quelle: NOZ, 04.03.2017

Neue Osnabrücker Zeitung vom 24. Januar 2017

Redaktion und Foto: Thomas Pertz

Energieforum am 2. März auf dem Campus Lingen

Thema Power to X

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Foto: Die Initiatoren des 4. Energieforums am Veranstaltungsort

Lingen.  Der Arbeitskreis Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland um seinen Leiter Stefan Engelshove spürt in regelmäßigen Abständen aktuellen Fragen rund um die Gestaltung der Energiewende nach. Für die vierte Ausgabe dieses durch Experten aus der Branche inhaltlich begleiteten Energieforums am 2. März in Lingen lautet das Oberthema „Power to X“.

 Der Begriff bildet die Klammer für verschiedene Technologien zur Speicherung bzw. anderweitigen Nutzung von Stromüberschüssen, der durch die Nutzung von Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie produziert wird.

Stark unterwegs auf diesem Gebiet ist der Landkreis selbst. „Emsland Powerland“ heißt ein vom Wirtschaftsverband zusammengestellter Überblick darüber, wer die Akteure in der Energieproduktion zwischen Papenburg und Salzbergen  sind. Das gilt sowohl für die konventionelle, wie für die regenerative Seite.

Den Auftakt des 4. Energieforums auf dem Campus Lingen an der Kaiserstraße machen zwei Impulsvorträge. Auf die Frage, wie die Energiewende gelingen kann, versucht Dr. Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, eine Antwort zu geben. Regenerative Speicherkraftwerke sind das Thema von Prof. Dr. Hans-Peter Beck, Vorstandsvorsitzender des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen.

In anschließenden Foren geht es um die Rolle des Verteilnetzbetreibers Westnetz in der Region, die Frage, welche Zukunft Erdöl und Erdgas haben, Trends und Technologien zukünftiger Energiesysteme, das „Internet der Dinge“ als dreigeteiltes Internet für Kommunikation, Transport und Energie sowie die Chancen und Risiken eines Geschäftsmodells für das Erdgaskraftwerk. Zu Letzterem steht den Teilnehmern des Forums der Leiter des Erdgaskraftwerkes Emsland der RWE, Dr. Hans-Peter Flicke, als Gesprächspartner zur Verfügung.

Sprachrohr der Wirtschaft

Norbert Verst, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes, verwies auf 7600 Beschäftigte im Energiesektor im Emsland. Der Verband verstehe sich als Sprachrohr der emsländischen Wirtschaft. Die Region stehe angesichts der Energiewende vor Veränderungen. Solche Foren trügen mit ihren Fragestellungen diesen Veränderungsprozessen Rechnung. Verst dankte den Sponsoren und den Hauptsponsoren Siemens und Rosen für ihre Unterstützung.

Mit Begriffen aus der Musik beschrieb der Leiter des Arbeitskreises Energie, Stefan Engelshove, die Modelle der Energiewende. Beim „Hardrock“ mache jeder, was er wolle, der „Jazz“ sei moderater, finde aber kein Ende, während in der „Symphonie“ alles in geordneten Bahnen verlaufe. Es gelte, sich für eine Facette zu entscheiden.

Impulse in diesem Prozess möchte auch die Hochschule Osnabrück am Campus Lingen geben. Deren Dekan Prof. Dr. Thomas Steinkamp verwies auf die engen Kooperationen der Hochschule mit der Region und insbesondere auf den Masterstudiengang Energiewirtschaft. Auch Studierende werden sich aktiv in das Energieforum am 2. März einbringen.